Genealogy Johann Loy Burgwindheim

 Burgwindheim / Franken

 

Burgwindheim im Steigerwald liegt in einer Talsohle der Mittleren Ebrach 27 km südwestlich von Bamberg auf der alten Poststraße nach Würzburg. Bis 1847 gab es den von der Ebrach gespeisten, heute trockengelegten Dorfsee. 

 

Burgwindheim mit seiner Pfarrkirche St. Jakobus. Der Turm mit charakteristischem "Echterspitz" als Helm wurde im Jahre 1615 errichtet, das Langschiff 1748 - 1751.

Erstmals wurde der Ort 1136 als "Windeheim" urkundlich erwähnt. Er war als Würzburger Lehen im Besitz der Herren von Windeheim.  Im 13. Jhdt. gelangte das Dorf durch Schenkungen an das Kloster Ebrach. 1331 taucht zum Erstenmale der Name "Burgwindeheim" auf. 1363 erfolgte die Erhebung zum Markt durch Kaiser Karl IV.  Das Hostienwunder von 1465 wird heute noch durch die traditionelle Wallfahrt gefeiert. Burgwindheim wird 1696 Poststation. 1728 wird nach Burgwindheim,  in das kurz zuvor errichtete Schloß, der Klosteramtssitz verlegt. Das Kloster Ebrach verliert mit der Säkularisation 1803 die Grundherrschaft über Burgwindheim. Die Herrschaft übernahm nun das Kurfürstentum, später das Königreich Bayern. Napoleon übernachtete hier in Burgwindheim 1806, 1812 und 1813.

Im Staatsarchiv Würzburg fand ich im "Standbuch 7746" des Klosters Ebrach von 1714 einen historisch interessanten Eintrag zu "Burgwinheim".

Die Abschrift kann im Archiv gelesen werden.

 

Das Schloß in der Abenddämmerung vom trocken gelegten See her gesehen.

 

 

Der wunderschöne Festsaal des Schlosses

 

 

Der erste Lohe wird wahrscheinlich um 1690 nach Burgwindheim gekommen sein, war Schmied, und heiratete dort die "ehrbare Jungfrau Anna Maria Peltzmayer".

Die erste schriftliche Eintragung befindet sich im Trauungsmatrikel der Pfarre Burgwindheim und betrifft die Hochzeit der Eheleute Friedrich Adolf Lohe und Anna Margarethe Peltzmayer am 20. Oktober 1692:

20. Oktober (1692). Die festlich begangene Hochzeit des Fridericus Adolphy Lohe, des Herrn Stephanus Lohe, churfl gewesener Cornet zu Mayntz, Sohn, so mit der ehrbaren Jungfrau Anna Margaretha peltzmayerin des ehrbaren Herrn Joannis peltzmayers legitime Tochter in Burgckwinh. Zeuge der ehrbahre Herr Joannis Roy (Ray, Stay, ?) Gastwirt in Grising, früher (?) Eisenschmied in Bamberg.

 

Johann Peltzmayer kam aus Stranzendorff (?) nach Burgwindheim. Er heiratete am 1.August 1667 Elisabeth Huber. Die Taufe von Anna Margaretha Peltzmayer wurde am 9. Okt 1671 in die Taufmatrikel in Brugwindheim eingetragen.

Es hat aber verschiedene Familien mit Namen Loy oder Lay in der Pfarrei Burgwindheim gegeben, denn so heiratet z.B. ein Johann Lay am 4. Nov. 1709 eine Agnes Matthias aus dem Nebenort Kötsch. Sein Vater wird dabei mit Andreas Loy aus Schlüsselfeld angegeben. Während alle Nachkommen von ihm mit der Schreibweise "Lay" in den Kirchenbüchern geschrieben werden, wechselt die Schreibweise des Namens Lohe bei den Kindern von Friedrich Adolf Lohe und seiner Frau Anna Margaretha Peltzmayer von Lohe nach Lay, Loy und Loi. Auch bei den Sterbeeintragungen sind andere Schreibweisen des Namens gebräuchlich: Fridericus Loi oder Anna Margaretha Loy.

Leider sind die Eintragungen in den Kirchenbüchern von Burgwindheim vor und um 1700 nicht vollständig, oft sehr lückenhaft. Es lassen sich viele Eintragungen bezüglich der Namen Lohe, Loi, Loy oder Lay finden,  die Träger dieser Namen aber nicht in die Familien einbinden. Zu nennen wäre hier die Eintragung im Sterbebuch von 1646 in welcher ein Johannes Wilhelmus von der Loy, ein dem bayrischen Heer zugehöriger "Nobler" aus dem Hause Hatzfeld in Burgwindheim verstarb und in der damaligen Dorfkirche an der Ecke des Altars der hl. Jungfrau Marie begraben wurde. Während "Johannes Wilhelmus von der Loy" kaum als Vorfahre einer der beiden Loy Familien (Lohe bzw. Loy in Burgwindheim und Loy bzw. Lay in Kötsch) in Betracht gezogen werden kann, so gilt das für den Schlossermeister Friederich Lohi nicht, denn daß zwei nicht miteinander verwandte Familien mit Namen Lohi oder Lohe in demselben kleinen Ort wohnten und dann noch die gleiche Profession ausübten, ist äußerst unwahrscheinlich. Dieser Schlossermeister von dem hier die Rede ist, findet sich in keiner Aufzeichnung der Kirchenbücher von Burgwindheim und es ist anzunehmen, daß er der erstgeborene Sohn des Friedrich Adolf Lohe ist und 1693 bzw. 1695/96 geboren wurde . Er wird nur auf einem sogenannten Votivbild beschrieben und abgebildet, welches er im Jahre 1735 nach Genesung einer schweren Krankheit anfertigen ließ und das noch heute an der Nordseite in der Heilig Blut Kapelle  zu sehen ist. 

Dieses Bild war mir bei meinem ersten Besuch in Burgwindheim im Jahre 2003 nicht aufgefallen, ich hatte mir aber die Broschüre "Burgwindheim, Pfarrkirche, Wallfahrtskapelle und Schloß" 1) mitgenommen, aber erst zu Hause in Wien durchgelesen. Auf Seite 28 fand ich dann die große Überraschung: Ein Bild eines meiner Vorfahren in der Wallfahrtskapelle! Es handelt sich wahrscheinlich um die älteste Abbildung eines Lohe meiner Familie.

Votivbild in der Heilig Blut Kapelle. " So zeigt ein einfach gemaltes Bild  die wesentlichen Bestandteile
der Burgwindheimer Wallfahrt: Links das eucharistische Sakrament, in der Mitte den Heiligblutbrunnen.
Das Sakrament und der Trank aus dem Brunnen ließen den rechts krank darniederliegenden Friedrich Lohi
genesen, wofür er als Dank 1735 diese Tafel der Kapelle stiftete."
1)

Der Text im Bild unter dem Brunnen lautet: 

"Gott dem Allmächtigen und dem allerheigsten Blut zu Ehren
hat diese Taffel machenlassen Friederich Lohi Schlosser von Burckwinheim, weilen
Er durch das allerheiligste Blut und des heilsamen Wassers ist wied gesund worden
wofür dem Allmächtigen Gott ewigtanck tanck gesagt seye. amen.
1735"

Die Heilig Blut Kapelle 

 

Das Innere der Kapelle, ganz links das Bild  des Schlossers Friederich Lohi.

 

Der Heiligblutbrunnen von Johann Leonard Dientzenhofer, 1690.

 

1) Burgwindheim, Pfarrkirche, Wallfahrtskapelle und Schloß. Kunstschätzeverlag, ISBN 3-934223-10-9

Links: 

http://www.ebrach.de/bgwheim/titel.html

http://www.pfarrei-burgwindheim.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Burgwindheim

http://stadtplan.deutschland-cities.de/burgwindheim/gps_x/10,5954/gps_y/49,8272.html

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